Ablauf und Methodik - Erstellung Praxiswertgutachten

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Praxiswertermittlung nach der sog. modifizierten Ertragswertmethode

Bei der Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen wenden wir in der Regel das modifizierte Ertragswertverfahren an. Dieses Verfahren hat sich in der Bewertungspraxis als sach- und marktgerechte Methode zur Ermittlung von Praxiswerten erwiesen. Zudem entspricht das modifizierte Ertragswertfahren bei der Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen auch der aktuellen Rechtsprechung (BGH und BSG).

Im Rahmen der modifizierten Ertragswertmethode ergibt sich der Praxisgesamtwert aus einem materiellen Wert (Substanzwert) und einem immateriellen Wert (ideeller Wert oder Goodwill).

Materieller Wert (Substanzwert)
Zum materiellen Wert zählen unter anderem die Praxisausstattung, das Mobiliar sowie EDV-Systeme und Software. Ein häufiger Irrglaube besteht darin, dass die Buchwerte aus dem Anlagenverzeichnis den Sachwert ergeben. Dies würde bedeuten, dass ein bereits abschriebener Gegenstand wertlos ist. Dass dem nicht so ist - erscheint logisch. Wird eine Praxis an einen Nachfolger übergeben oder steigt ein neuer Partner ein, erfolgt die Bewertung unter Fortführungsgesichtspunkten. Die Buchwerte dienen dabei lediglich einer ersten Orientierung. 

Ideeller Wert - immaterieller Wert
Beim ideellen Wert (Goodwill) einer Praxis handelt es sich um jenen Vermögenswert, der nicht aus den Gegenständen abzulesen ist, sondern der sich im Wesentlichen aus einem langjährigen Betreuungs- und Vertrauensverhältnis zwischen Praxisinhaber und seinen Patienten ergibt. Der ideelle Wert stellt dabei für einen potentiellen Übernehmer eine Chance dar, auf den vorhandenen Grundlagen weiter zu arbeiten, die bereits vom etablierten Praxisinhaber geschaffen wurden. Hierbei geht es insbesondere um die Nachhaltigkeit, d.h. von welchen Beziehungen, die der Praxisinhaber aufgebaut hat, kann der Übernehmer langfristig profitieren. Zudem spielen bei der Berechnung eines zutreffenden Praxiswertes weitere Einflussfaktoren (z.B. der Praxisstandort, die Mitbewerbersituation, der Patientenstamm, das Praxispersonal usw.) eine entscheidende Rolle.

Hier finden Sie ein vereinfachtes Beispiel der modifizierten Ertragswertmethode (mit fiktiv gewählten Parametern):

Beispiel modifiziertes Ertragswertverfahren  

Sonstige Methoden -  Umsatz- und Gewinnmethode, Ärztekammermethode

In der Bewertungspraxis kommen auch Methoden zur Anwendung die nur bedingt geeignet sind um einen marktgerechten Praxiswert zu ermitteln.

Wegen ihrer einfachen Handhabung waren in der Vergangenheit die Umsatz- und die Gewinnmethode sehr verbreitet. Letztendlich aber kein Fundament für wichtige Entscheidungen. Neben der reinen Vergangenheitsorientierung dieser beiden Methoden bemängeln Kritiker vor allem, dass den beiden Methoden willkürliche und teilweise extrem unterschiedliche Prozentsätze zugrunde gelegt werden. Wir sehen die Anwendung dieser beiden Methoden als höchst problematisch.

Auch die noch angewandte sog. Bundesärztekammermethode bzw. Ärztekammermethode (Hinweise zur Bewertung von Arztpraxen 2008) wird in der Bewertungspraxis sehr häufig bemängelt. Neben der Vergangenheitsorientierung werden insbesondere der Abzug eines pauschalen Unternehmerlohnes oder die starre Anwendung von Multiplikatoren stark kritisiert.

Auch die Verwendung von drei oder vier verschiedenen Methoden und anschließender Durchschnittswertermittlung ist betriebswirtschaftlicher Nonsens und hat meiner fachkundigen Unternehmensbewertung nichts zu tun.

Viele Methoden sind rein vergangenheitsorientiert. Zukünftige Chancen und Risiken bleiben dabei gänzlich unberücksichtigt. Gerade für einen Übernehmer ist es aber wichtig zu wissen, welche Überschüsse er in Zukunft mit der Praxis erwirtschaften kann. Das modifizierte Ertragswertverfahren erfüllt diese Forderung, da es um ein in die Zukunft gerichtetes Verfahren handelt.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen in einem kostenlosen Erstgespräch selbstverständlich gerne zur Verfügung. Jetzt unverbindlich informieren!

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Wie läuft die Erstellung eines Praxiswertgutachtens ab?

In einem unverbindlichen Erstgespräch wir zunächst Ihr Bedarf ermittelt. D.h. nachdem Sie uns Ihren Sachverhalt geschildert haben, sprechen wir Ihnen eine Empfehlung aus, ob ein Praxiswertgutachten, ein Kurzgutachten oder der Spezialfall einer stark vereinfachten Kurzwertschätzung in Ihrer Situation die beste Lösung ist.

Bei Beauftragung werden bestimmte Unterlagen benötigt, um sich einen Einblick in das Praxisgeschehen machen zu können.

Diese Unterlagen werden entweder an uns verschickt oder im Rahmen eines Ortstermins direkt in der Praxis übergeben.

listicon die Einnahmen-Überschussrechnungen bzw. Bilanzen der letzten 3 bis 5 Jahre
listicon eine aktuelle "Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) - falls vorhanden
listicon ein aktuelles Anlagenverzeichnis (Inventarverzeichnis) 
listicon die Abrechnungsübersichten der K(Z)V-en
listicon ein aktuelles Monats- bzw. Jahreslohnjournal
listicon Gesellschaftsvertrag (z.B. bei BAG's -"Gemeinschaftspraxen")    
listicon Mietvertrag über die Praxisräume sowie Praxisgrundriss

Beim Ortstermin wird unter anderem der Sachwert ermittelt als auch offene Fragen geklärt. Nach diesem Termin erfolgt die Fertigstellung, die in der Regel zwischen 4 und 8 Wochen in Anspruch nimmt. In dringenden Fällen (z.B. bei Todesfall oder bei krankheitsbedingten Gründen) besteht die Möglichkeit, die Bewertung in einem kürzeren Zeitraum zu erstellen, da diese Fälle selbstverständlich bevorzugt behandelt werden.

Der Ortstermin sollte möglichst dann stattfinden, wenn kein Patientenbetrieb herrscht. Auf Wunsch und nach Absprache werden auch Termine am Wochenende vergeben.

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Um spätere zeitliche Engpässe zu vermeiden, empfiehlt es sich mit der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen bereits frühzeitig zu beginnen. Eine Übersicht mit den benötigten Unterlagen stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung.

 
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Sachverständigenbüro & Wirtschaftsberatung Gesundheitswesen
Dipl.-Kfm. Florian Hoffmann
Hauptstandort 08651 95 22 055
Zweigstelle München 089 143 67 74 78
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