Tipps für Ihren Praxiserfolg

Drucken E-Mail

Die Säge schärfen

Ein Spaziergänger geht durch einen Wald und begegnet einem Waldarbeiter, der hastig und mühselig damit beschäftigt ist, einen bereits gefällten Baumstamm in kleinere Teile zu zersägen.

Der Spaziergänger tritt näher heran, um zu sehen, warum der Holzfäller sich so abmüht, und sagt dann: "Entschuldigen Sie, aber mir ist da etwas aufgefallen: Ihre Säge ist ja total stumpf! Wollen Sie sie nicht einmal schärfen?"

Darauf stöhnt der Waldarbeiter erschöpft auf: "Dafür habe ich keine Zeit - ich muß sägen!"  (Prof. Lothar J. Seiwert)

Nehmen Sie sich 10 Minuten für Ihren persönlichen Erfolg - Es lohnt sich.

Hier haben wir im ersten Teil zunächst drei Tipps zum Thema Praxisbewertung und Praxisberatung herausgegriffen, die aus unserer Sicht besonders wichtig für Ihren Erfolg sind. Insbesondere unsere Spezial-Betreuung sehen wir dabei als wesentlichen Erfolgsfaktor für die Zukunft. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns u. a. mit einer erfolgversprechenden Praxisabgabestrategie, den Möglichkeiten der Ertragssteigerung durch Kostensenkungen, den Vorteilen eines Praxiswertgutachtens, wie Sie das für Sie richtige Gutachten finden und warum eine Ehescheidung nicht zwangsläufig vor Gericht enden muss.

Praxistipp 1: Spezial-Betreuung inkl. Rundum-sorglos-Paket durch externen Praxismanager

In der jüngsten Vergangenheit mussten auch einige Kooperationen, u.a. MVZ`s, ihre Pforten wieder schließen. Ein häufiger Grund hierfür sind kaufmännische Fehler bzw. mangelnde Unterstützung in diesem Bereich. Aufgrund zu geringer Größe war es bisher auch vielen Einrichtungen nicht möglich, ein professionelles Management zu beschäftigen. Aber auch selbst wenn eine gewisse Größe erreicht ist, kostet ein kaufmännisches Management Geld. Geld, das erst verdient werden muss.

Ob Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis oder MVZ: Unsere Praxiserfahrung zeigt es uns immer wieder, dass viele Praxisinhaber im Bereich betriebswirtschaftliche Praxisführung zu wenig Unterstützung erfahren bzw. zu wenige Möglichkeiten haben, sich unterstützen zu lassen.

Viele Praxisinhaber werden mit den betriebswirtschaftlichen Anforderungen allein gelassen und wissen oftmals nicht, an wen sie sich wenden können. Hinzu kommt, dass die kaufmännischen Aufgabenstellungen, die es in den Praxen zu bewältigen gibt, immer mehr werden.

In anderen Branchen und Unternehmen gibt es teilweise mehrere Geschäftsführer, die sich untereinander austauschen können und erst dann Entscheidungen treffen oder gemeinsame Lösungswege finden. Schwierige Entscheidungen werden somit auf mehrere Schultern verteilt.

Praxisinhabern oder Kooperationspartnern hingegen fehlt oftmals ein unabhängiger Ansprechpartner, der bei betrieblichen (betriebswirtschaftlichen) Entscheidungen unterstützen kann, sei es durch eine Zweitmeinung, durch einen konkreten Ratschlag bzw. einen Tipp oder der aufgrund seiner Erfahrung weiß, wie man gewisse Probleme lösen kann. Insgesamt fehlt den Praxen häufig ein Ansprechpartner, der die Praxis kennt und an den man sich jederzeit vertrauensvoll wenden kann, ohne gleich ein kleines Vermögen dafür zu bezahlen.

Um diese Lücken zu schließen haben wir ein zukunftsorientiertes Konzept entwickelt, das optimal auf die Bedürfnisse der Praxisinhaber ausgerichtet ist und die finanziellen Möglichkeiten von kleineren Einheiten berücksichtigt.

Im Rahmen unserer Spezial-Betreuung unterstützen wir nicht nur Existenzgründer sondern auch bereits etablierte Praxisinhaber in sämtlichen betriebswirtschaftlichen Bereichen sowie bei der Unternehmensführung. Dabei stehen wir als eine Art persönlicher externer Praxismanager (als Praxispartner, als Lotse, als Ihre Rechte Hand) zur Verfügung, den Sie jederzeit kontaktieren können und der Sie bei der Unternehmensführung unterstützt.

Fragen, die während dem laufenden Tagesgeschäft auftreten, suchen oftmals eine schnelle Lösung. Damit Sie sich mehr um Ihre Patienten kümmern können, stehen wir Ihnen dabei als persönlicher Wirtschaftsberater zur Seite.

Darüber hinaus übernehmen wir für Sie das laufende Controlling (beispielsweise durch Kontrolle der monatlichen Auswertungen), um bei Fehlentwicklungen frühzeitig entgegensteuern zu können. Welchen zusätzlichen Mehrwert Sie durch unsere Spezial-Betreuung inkl. Rundum-sorglos-Paket haben und wie Sie von unserer Unabhängigkeit profitieren erfahren sie hier.


Praxistipp 2: Frühzeitig, gezielt und strategisch auf die Praxisübergabe vorbereiten

In der täglichen Praxis fällt unser immer wieder auf, dass sich zahlreiche Praxisübergeber zu spät mit dem Thema Praxisübergabe beschäftigen. Damit eine Praxisabgabe erfolgreich verläuft, ist eine frühzeitige Vorbereitung und umfassende Planung erforderlich.

Prinzipiell gilt: Je früher man sich mit dem Thema (sinnvoll ca. 2- 7 Jahre vorher) auseinandersetzt, desto mehr Optionen hat man und desto höher sind letztendlich auch die Erfolgsaussichten. Wer sich frühzeitig damit beschäftigt hat zudem noch genügend Zeit, die Praxis auf die Bedürfnisse der zukünftigen Praxisinhaberinnen bzw. -inhaber vorzubereiten. Agieren Sie heute, bevor Sie nur noch reagieren können.

Praxistipp 3: Praxiswertermittlung bei Kooperationen als wesentlicher Erfolgsgarant

In einer Zeit, in der Kooperationen im medizinischen Bereich stetig zunehmen, rückt auch das Thema Praxisbewertung immer mehr in den Mittelpunkt. Bei der Gründung von Kooperationen geht es auch immer um finanzielle Interessensausgleiche.

Bei Einbringung einer Praxis in eine Kooperation (beispielsweise in eine Berufsausübungsgemeinschaft, ehemals Gemeinschaftspraxis oder in ein MVZ) ist ein Praxiswertgutachten sehr gut geeignet, um die Gesellschaftsanteile zu ermitteln, die der Praxisinhaber für die Einbringung seiner Praxis erhält.

Eine sachkundig erstellte Praxiswertermittlung ermöglicht einen abgesicherten Einstieg in eine Kooperation und stellt erfahrungsgemäß die beste Basis für einen dauerhaften Bestand der Kooperation dar. Andernfalls besteht durchaus die Gefahr, dass sich im Nachhinein Fehleinschätzungen bzw. Zweifel offenbaren und dauerhafte Unzufriedenheit entsteht.

Selbiges gilt natürlich bei der Überführung einer Einzelpraxis in eine Gemeinschaftspraxis. Auch hierbei sollte keinesfalls auf eine neutrale Bewertung verzichtet werden.

Im Bereich Kooperationen sollte man den Zeitaspekt ebenfalls nicht unterschätzen und sich frühzeitig das richtige Expertennetzwerk aufbauen. Dabei müssen für eine erfolgreiche Kooperationsgründung sowohl betriebswirtschaftliche, steuerliche und juristische Bereiche berücksichtigt werden.

 

Im zweiten Teil unserer Praxistipps-Seite bekommen Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Was kann ich tun, damit sich mein Praxisergebnis verbessert?
  • Wie kann ich meine Praxis optimal für die Übergabe vorbereiten?
  • Warum ein Praxiswertgutachten eine lohnende Investition darstellt?
  • Warum ein Kurzgutachten manchmal sinnvoll sein kann?
  • Warum eine Ehescheidung (Zugewinnausgleich) nicht zwangsläufig vor Gericht enden muss?

 

Damit eine Praxisabgabe erfolgreich verläuft ist eine frühzeitige Vorbereitung und umfassende Planung erforderlich. Dennoch warten zahlreiche Praxisübergeber bis sprichwörtlich auf den letzten Drücker.

Nur wer sich gezielt und strategisch auf die Praxisübergabe vorbereit, wird zukünftig gelassener mit dem Thema umgehen können. Dabei kann auch der Blick über den Tellerrand zum Erfolg führen, indem man Strukturen schafft, die jungen Zahnärztinnen und jungen Zahnärzten den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern.

Sich mit dem Gedanken zu beschäftigen, die Praxis nach einem erfüllten Berufsleben in die Hände eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin zu übergeben, ist sicherlich einer der emotionalsten und schwierigsten Momente im Leben eines Praxisinhabers. Daher ist es durchaus verständlich, dass Praxisinhaber diesen Zeitpunkt gerne so weit wie möglich hinauszögern.

Einen fixen Zeitpunkt, an dem man sich erstmals mit der Übergabe beschäftigen sollte, gibt es nicht. Prinzipiell gilt: Je früher man sich mit dem Thema (sinnvoll ca. 2- 7 Jahre vorher) auseinandersetzt, desto mehr Optionen hat man und desto höher sind letztendlich auch die Erfolgsaussichten.

Nach den ersten Gesprächen mit der Familie und dem Steuerberater sollten zunächst die Pläne und Wünsche des Übergebers mit den möglichen Optionen abgestimmt werden.

Spezialisierte Berater können - bei frühzeitiger Einbeziehung - bei der Erarbeitung einer geeigneten Abgabestrategie sowie eines Zeitplans behilflich sein.

Praxis-Fitness-Check - Chancen und Risiken erkennen

In der Praxis gibt es immer wieder Fälle, in denen eine Praxis verkauft werden soll und es nicht sichergestellt ist, dass die Praxisräume von einem Übernehmer weitergeführt können.

Eine Art Praxis-Fitness-Check hilft dies zu verhindern und deckt sowohl Risiken als auch Chancen bereits lange vor der eigentlichen Praxisübergabe auf.

Im Rahmen eines „Praxis-Fitness-Checks“ muss daher die Übertragbarkeit des Mietvertrages ebenso geprüft werden, wie die Frage nach den Investitionen, die vor der Übergabe noch notwendig sind. „Schnellschüsse“ oder „Hauruckaktionen“ sind in diesem Zusammenhang tunlichst zu vermeiden. Hierbei gilt es in aller Ruhe herauszufinden, welche Investitionen sinnvoll sind. Es sollte auch bedacht werden, dass ein Praxisübernehmer die nächsten Jahre in der Praxis arbeiten wird und Geschmäcker häufig verschieden sind.

Da jede Praxis ihre individuellen Besonderheiten hat ist es wichtig, von Praxis zu Praxis zu entscheiden. Eine Strategie die in einer Praxis durchaus Sinn macht, kann für den Kollegen zwei Häuser weiter komplett irrsinnig sein.

Wer genügend Zeit hat sollte auch eine Kostenanalyse durchführen, da schlanke Kostenstrukturen ein wichtiges Argument sowohl für Praxisübernehmer als auch für finanzierende Banken sind. Dabei aufgedeckte Einsparungspotentiale wirken zweifach positiv: Zum einen lassen sich durch Kostensenkungen die Praxisergebnisse verbessern und zum anderen führen höhere Praxisergebnisse zu einem höheren Praxiswert.

Zahnärztinnen den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern

Oftmals konzentriert sich eine Praxisoptimierung vor der Übergabe nur auf die betriebswirtschaftlichen Zahlen. Es wird sich zu wenig mit den Anforderungen bzw. Bedürfnissen der zukünftigen Praxisübernehmer auseinander gesetzt. Viele der zukünftigen Übernehmer sind weiblich.

Die Mehrfachbelastung für Frauen führt häufig dazu, dass ein Angestelltenverhältnis bevorzugt wird. Diese veränderten Anforderungen erfordern daher die Optimierung von Abläufen bzw. die Schaffung von neuen Strukturen, um Zahnärztinnen den Weg in die Freiberuflichkeit zu erleichtern.

Eine Selbstständigkeit ist keineswegs ein Selbstläufer, dennoch gibt es Stellschrauben, an denen gedreht werden kann um die Einstiegshürden, insbesondere für Zahnärztinnen, abzubauen.

Ähnlich wie in einem Angestelltenverhältnis muss es das Ziel sein, die Praxis so zu organisieren, dass eine Übernehmerin soweit wie möglich von administrativen Aufgaben entlastet wird. Ein gut eingespieltes Praxis-Team ist dabei der wichtigste Erfolgsfaktor.

Motivierte und bestens qualifizierte Mitarbeiterinnen leisten u.a. in den Bereichen Abrechnung, Prophylaxe, QM und Hygiene einen erheblichen Beitrag, sodass sich der Praxisinhaber um seine Patienten kümmern kann. Je besser das Praxisteam in diesen Bereichen ist, desto größer ist der sich daraus ergebende Vorteil für eine weibliche Praxisübernehmerin.

Praxisinhaber, die ihre Praxis übergeben wollen, sollten diese Tatsache keinesfalls ignorieren.

Optimale Nutzung von praxisexternen Ressourcen

Um weitere Freiräume zu schaffen, gibt es neben den internen Optimierungsmöglichkeiten zahlreiche Aufgaben, die an qualifizierte externe Partner delegiert bzw. abgegeben werden können.

Im Einzelfall kann es beispielsweise durchaus sinnvoll sein, im Bereich Abrechnung mit einer externen Abrechnungsgesellschaft zu kooperieren.

Im Bereich Fremdlabor sollte auf die Zusammenarbeit mit zukunftsorientierten Laboren Wert gelegt werden bzw. mit Konzepten gearbeitet werden, die für die künftigen Anforderungen gewappnet sind.

Die Versorgung mit Praxismaterial sollte optimiert und so einfach wie möglich gestaltet werden. Dentalfachhandelsunternehmen können in diesem Bereich behilflich sein.

Den Bereich Buchhaltung gilt es weitestgehend von einem Steuerbüro erledigen zu lassen. Monatliche Auswertungen sind dabei eine Selbstverständlichkeit.

Ein spezialisierter Praxisberater kann die Praxis in sämtlichen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen unterstützen und das laufende Controlling übernehmen, um bei Fehlentwicklungen frühzeitig entgegen steuern zu können.

In den Bereichen EDV, Marketing und Personal ist ebenfalls eine Zusammenarbeit mit spezialisierten externen Partnern vorstellbar.

Wer zukünftig in den genannten Bereichen gut aufgestellt ist, schafft sich einen entscheidenden Vorteil. Insbesondere weibliche Übernehmerinnen und deren Berater werden zukünftig diese Punkte beim Praxiskauf wesentlich kritischer beurteilen als dies bis dato in der Vergangenheit der Fall war.

Die eigene Praxis auf die Bedürfnisse einer weiblichen Übernehmerin auszurichten ist sicherlich eine Strategie, die zukünftig noch mehr Erfolg haben wird.

Kooperation als sinnvolle Alternativstrategie

Im ärztlichen Bereich hat die Kooperation die Einzelpraxisübernahme als häufigste Existenzgründungsform bereits abgelöst. Auch im zahnärztlichen Bereich ist sicherlich zukünftig damit zu rechnen, dass es immer häufiger Praxen mit mehreren Inhabern geben wird, die zusätzlich noch angestellte Zahnärzte beschäftigen.

Unabhängig vom Berufsabschnitt, in dem sich Zahnärzte gerade befinden, kann die Gründung einer Kooperation also eine sinnvolle Strategie sein.

Neben den bekannten Vorteilen (Kostenersparnis, Vertretungsmöglichkeiten usw.) haben Kooperationen noch weitere Vorteile. Eine Kooperation wirkt sich positiv auf die Höhe des Praxiswertes aus. Zudem wird es perspektivisch vielerorts sicherlich einfacher sein einen Nachfolger für einen Praxisanteil zu finden als für eine Einzelpraxis. Die Kooperation bietet dem Existenzgründer eine attraktive Einstiegsmöglichkeit, bei geringerem wirtschaftlichem Risiko.

Zudem hat man bei Kooperationen eine weitere Option: So kann nämlich bei Ausstieg der Praxisanteil auch an die verbleibenden Kooperationspartner übertragen werden.

Praxistipp: Die Praxisabgabe ist heutzutage kein Selbstläufer mehr. Abgestimmt auf den Einzelfall muss die jeweils optimale Abgabestrategie entwickelt werden. Mehr denn je bedarf es dazu einer intensiven Vorbereitung und guten Beratung. Nur wer frühzeitig handelt, hat genügend Zeit um sich auf die Praxisübergabe vorzubereiten. Daher sollte man sich vor allem rechtzeitig über die eigene Praxisabgabe Gedanken machen.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht eine Praxisanalyse durchführen zu lassen?

Eine Praxisanalyse ist für alle diejenigen interessant, die ihr Ergebnis verbessern wollen. Eine qualifizierte Praxisanalyse liefert Ihnen einerseits einen Branchenvergleich, d.h. wie stehen Sie im Vergleich zu Ihren Kollegen. Andererseits werden Verbesserungspotentiale aufgedeckt, d.h. wir zeigen Ihnen die Bereiche auf, in denen Sie Geld sparen können.

Wichtig: Viele Praxisanalysen sind Standardverfahren bzw. Standardprogramme. D.h. Ihre Zahlen werden ungeprüft in ein Standardvergleichsprogramm eingegeben und mit einem Durchschnitt verglichen. Anschließend werden Empfehlungen abgegeben. Erfahrungsgemäß hat dies mit der Realität wenig zu tun, da jede Praxis ihre individuellen Besonderheiten hat.

Beispiele für Besonderheiten sind:

  • wenn die Ehefrau mitarbeitet und kein marktübliches Gehalt bekommt
  • wenn der Zahnarzt ein Eigenlabor hat
  • wenn sich die Praxisräume im Eigentum befinden…


…dann müssen zunächst kalkulatorische Mietkosten angesetzt werden, da ansonsten die anderen Positionen nicht der tatsächlichen Realität entsprechen.

All dies führt dazu, dass es ohne vorherige detaillierte Analysen und entsprechenden Bereinigungen bereits durch einzelne Positionen zu teilweise massiven Fehleinschätzungen kommen kann.

Unser Tipp: In den meisten Praxen gibt es Optimierungspotentiale die man aufdecken und realisieren kann. Wenn ich mich als Praxisinhaber bzw.- inhaberin dafür entscheide eine Praxisanalyse durchführen zu lassen - dann sollte dies auch richtig gemacht werden.

Die klassische Standardpraxisanalyse kann man sich sparen, da hierbei oftmals Äpfel mit Birnen verglichen werden. Wir wissen, was die wirtschaftlich erfolgreichsten Praxen anders machen. Positiver Zusatzeffekt einer Praxisanalyse ist, dass Praxisinhaber die in den nächsten Jahren ihre Praxis übergeben wollen, einige Jahre vor Übergabe ihr betriebswirtschaftliches Ergebnis verbessern und dies sich zugleich positiv auf den Praxiswert auswirkt.

Wirtschaftlich auf stabilem Fundament stehende Praxen sind selbstverständlich auch für potentielle Übernehmer interessanter.

Der Trend hin zu Kooperationen im ärztlichen Bereich ist ungebrochen. Insbesondere immer mehr jüngere Ärztinnen und Ärzte wissen die höhere Sicherheit und die Rentabilitätsvorteile, die eine Kooperation zu bieten hat, sehr zu schätzen. Der Hauptgrund für die erhöhte Rentabilität ist insbesondere die verbesserte Nutzung der teuren Infrastruktur einer Praxis.

Laut Angaben des statistischen Bundesamtes haben Gemeinschaftspraxen einen Rentabilitätsvorteil bis zu 10 % gegenüber Einzelpraxen. D. h., von jedem eingenommenen Euro bleiben rund 10 Cent mehr als Gewinn als in einer Einzelpraxis. Der Kostenvorteil wird häufig zusätzlich vergoldet durch erhöhte Honorarumsätze in Gemeinschaftspraxen, die durch verlängerte Sprechzeiten, Budgetzuschläge, die Möglichkeit der Spezialisierung und eine erhöhte Attraktivität für die Patienten erschaffen wird. Erkauft werden diese Vorteile durch eine eingeschränkte Autonomie des einzelnen Arztes in einer Kooperation (Gemeinschaftspraxis).

In diesem Bereich hat allerdings ein Umdenken stattgefunden. Früher wurde die notwendige Abstimmung mit dem Kooperationspartner als wesentlicher Nachteil gegenüber der Einzelpraxis empfunden. Heute, in einem sich stetig wandelnden Wettbewerbsumfeld, werden die in einer Kooperation notwendigen Diskussionen, die vor wichtigen Entscheidungen geführt werden müssen, als wesentlicher Vorteil empfunden. Man ist nicht alleine und Entscheidungen werden auf mehrere Schultern verteilt.

Diese Faktoren sind hinlänglich bekannt. Allerdings ergibt sich durch das Versorgungsstrukturgesetz ein neuer Vorteil, den Gemeinschaftspraxen haben.

Seit 2013 können die Zulassungsausschüsse in überversorgten Gebieten eine geplante Praxisübergabe verhindern und die Zulassung stilllegen. Der hiervon betroffene Arzt erhält von der KV eine Abfindung in Höhe des Verkehrswertes. Nach heutigem Stand wird es in vielen Fällen zu Streitigkeiten in Höhe der Abfindung kommen, sofern mit der regulären Praxisabgabe ein deutlich höherer Preis erzielt werden könnte.

Das Versorgungsstrukturgesetz sieht vor, dass die Übergabe einer Zulassung an einen Kollegen, der bereits in der Praxis tätig ist (beispielsweise im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis) von der Stilllegung nicht bedroht ist. Zu den zahlreichen wirtschaftlichen Vorteilen einer Gemeinschaftspraxis (die sich auch bei der Praxisabgabe vorteilhaft auswirken) kommt künftig bei entsprechender Ausgestaltung also die Sicherheit vor einer Praxisstilllegung durch den Zulassungsausschuss hinzu.

Ärztliche Kooperationen bieten nicht nur Perspektiven hinsichtlich einer Stärkung der wirtschaftlichen Position der niedergelassenen Praxis, sondern erhöhen auch die Attraktivität der Praxis im Hinblick auf einen Verkauf. Zukünftig wird die Attraktivität von Kooperationsmodellen (Berufsausübungsgemeinschaften wie Gemeinschaftspraxen oder Ärztenetze) weiter wachsen.

Praxistipp: Bei der Gründung von Kooperationen möchten wir in diesem Fall insbesondere auf die Wichtigkeit der Praxisbewertung hinweisen. Da es bei der Gründung von Kooperationen auch immer um finanzielle Interessensausgleiche geht, bietet sich dieser auf der Grundlage einer neutralen Ausgangsbasis an. Ein durch einen neutralen und unabhängigen Sachverständigen erstelltes Praxiswertgutachten schafft eine solide Ausgangsbasis und verhindert das Auseinanderbrechen der Kooperation zu einem späteren Zeitpunkt, indem sich ein Partner plötzlich benachteiligt fühlt.

Die Situationen, in denen der Praxisinhaber den Wert der eigenen Praxis kennen sollte, sind vielfältig. Dabei ist die Erstellung eines Praxiswertgutachtens nicht in allen Fällen immer zwingend notwendig. In zahlreichen Situationen leistet es aber einen wertvollen Beitrag.

1. Praxiswertgutachten bei Praxisabgabe
In attraktiven Lagen bzw. in gesuchten Fachgruppen bewegen sich die Praxisübernahmeentgelte heute auf einem teilweise sehr hohen Niveau. Ein fundiertes Praxiswertgutachten sichert in solchen Fällen die Praxisübergabe dadurch ab, dass der Verkehrswert der Praxis belegt wird. Somit werden Schwierigkeiten bei der Übertragung der Zulassungen abgewehrt oder künftige Abfindungsansprüche bei Praxisschließung durch den Zulassungsausschuss untermauert.

Bei Ärzten und bei Zahnärzten lohnt sich die Erstellung eines ausführlichen Praxiswertgutachtens (unabhängig von der Lage der Praxis) grundsätzlich bei ertragsstarken Praxen und hohen Praxiswerten. Hierbei können bereits kleine Abweichungen von wenigen Prozentpunkten ein kleineres Vermögen ausmachen.

Selbiges gilt auch für schwierige Praxisübergaben in unterversorgten Regionen. Müssen dem einzigen Interessenten preisliche Zugeständnisse gemacht werden? Ist es nur mit Hilfe eines Praxiswertgutachtens möglich, den wirtschaftlichen Wert des Entgegenkommens darzustellen, um dies in den Verhandlungen als zusätzliches Argument nutzen zu können? In diesen Fällen kann es u. U. auch sinnvoll sein, eine Kurzbewertung durchzuführen.

Wenn es um die Veräußerung von besonders ertragsschwachen Praxen mit niedrigen Praxiswerten geht, gibt es durchaus Fälle, in denen die Erstellung eines Praxiswertgutachtens bzw. eines Kurzgutachtens unwirtschaftlich sein kann.

Nur in den seltensten Fällen sollte eine Praxisbewertung durch die KV erstellt werden. Die KV kann auf Grund ihres übergeordneten Interesses an der Sicherstellung der medizinischen Versorgung nicht als neutral gelten. Schließlich wird die Bewertung des Praxisinventars durch die KV mangels Expertise entweder gänzlich unterlassen oder ohne Praxisbegehung hilfsweise an den Buchwerten der Praxisbuchhaltung orientiert. Dies kann zu erheblichen Vermögensschäden für den Praxisabgeber führen.

Ähnliche Bedenken gelten prinzipiell dann, wenn eine Praxisbewertung durch einen Berater oder durch eine Institution erstellt wird, die an einer Geschäftsbeziehung mit dem Praxisnachfolger Interesse hat. Ist dies der Fall, sollte ein Praxisinhaber von einer nur vordergründig günstigen Auftragserteilung absehen und einen neutralen und unabhängigen Sachverständigen einschalten. Insbesondere im Dentalbereich wissen Branchenkenner um den Zielkonflikt, den Dentaldepots haben. Auch in diesem Bereich gilt oftmals der Satz „Der König ist tot – es lebe der König“. Es besteht Gefahr, dass bestehende Geschäftspartner dem neuen Inhaber mehr Loyalität entgegen bringen werden, da dieser die zukünftigen Umsätze tätigen wird. Das ist zwar bitter, entspricht aber oftmals der Wahrheit. 30 Jahre gute Geschäftsbeziehungen zählen leider häufig oft nichts mehr. Den wenigsten Geschäftspartnern ist es wichtig, dass der Abgebende einen guten Preis bekommt. Sie wollen sich eher dem Nachfolger verpflichten und diesen als Basis für die gute Geschäftsbeziehung zu einem Schnäppchen verhelfen. Diese Realität des Geschäftslebens sollte bedacht und in die Überlegungen bei der Wahl des Bewerters berücksichtigt werden.

2. Praxiswertgutachten bei Einbringung in eine Kooperation
Bei der Einbringung einer Praxis in eine Kooperation oder ein MVZ ist ein fundiertes Praxiswertgutachten sehr gut geeignet, um die Gesellschaftsanteile zu ermitteln, die der Praxisinhaber für die Einbringung seiner Praxis erhält. Ein derartig abgesicherter Einstieg in eine Kooperation stellt erfahrungsgemäß die beste Basis für einen dauerhaften Bestand der Kooperation dar.

Andernfalls existiert durchaus die Gefahr, dass im Nachhinein Fehleinschätzungen bzw. Zweifel aufkommen und dauerhafte Unzufriedenheit in der Kooperation entsteht. Bei der Einbringung in eine Kooperation gilt zudem, dass zur Vermeidung jeglicher Interessenskonflikte Berater oder Institutionen mit wirtschaftlichen Interessen an der Praxis oder an einzelnen Partnern bei der Vergabe eines Bewertungsauftrages grundsätzlich auszunehmen sind.

3. Praxiswertgutachten in strittigen Fällen
In allen strittigen Situationen (z. B. Abfindungszahlung bei Auszug aus einer Gemeinschaftspraxis oder Ehescheidung im Rahmen der Zugewinnausgleichsermittlung) sollte als Gutachter nur ein Sachverständiger ohne aktuelle oder in Aussicht stehende Geschäftsbeziehung zum Praxisinhaber in Frage kommen. Ein Parteiengutachten durch einen in Dienstleistungsauftrag stehenden Berater wird hingegen selten anerkannt werden bzw. führt oftmals zu unnötigen Problemen.

Praxistipp: Lassen Sie sich nicht von einem vermeintlich kostenlosen bzw. kostengünstigen Bewertungsangebot verleiten. Ein werthaltiges Praxiswertgutachten in Ihrem Interesse ist in der Regel niemals kostenlos. Wenn Sie eine Praxisbewertung benötigen oder sich vorab informieren wollen, wenden Sie sich an das Sachverständigenbüro Hoffmann.

Ein komplettes Praxiswertgutachten ist aufgrund der vom Auftraggeber gewünschten Qualität und der damit jeweils im Detail schriftlich zu begründenden Ergebnisse in der Regel sehr umfangreich und auch zeitaufwändig. Naturgemäß hat ein komplettes Praxiswertgutachten wegen des großen zeitlichen Aufwandes für den erstellenden Sachverständigen auch seinen Preis. Dennoch gibt es auch Fälle bzw. Anlässe, in denen ein verkürztes Gutachten als Expertise über den Praxiswert ausreicht. 

Die Erstellung eines Kurzgutachtens bietet sich u.a. an

  • wenn bereits eine eigene Wertvorstellung vorhanden ist und der Sachverständige diese überprüfen soll
  • wenn die Beteiligten Kosten sparen möchten
  • wenn ein Ergebnis innerhalb kurzer Zeit vorliegen soll oder muss


Aber Vorsicht: 
Manche Anbieter versehen ihre Kurzbewertungen mit Aussagen wie diesen:
„Der in einer Kurzbewertung ermittelte Praxiswert kann in Einzelfällen erheblich von dem in einem Praxiswertgutachten ermittelten Wert abweichen.“

Ein derartiges Kurzgutachten ist häufig nicht mal das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde. Trotzdem hat es Geld (bei manchen Anbietern nicht gerade wenig) gekostet. Geld, das man sich hätte sparen können.

Daher gilt: Eine Kurzbewertung bzw. gutachterliche Expertise ist immer nur so gut wie der Sachverständige selbst. Sicherlich kann für ein Kurzgutachten (u.a. wegen des reduzierten Zeitaufwandes und des wegfallenden Ortstermins in der Praxis) ein Ergebnis nur unter dem Vorbehalt geliefert werden, dass es sich hier nur um eine Schätzung handelt und nicht um eine exakt berechnete Bewertung.

Allerdings ist ein erfahrener Sachverständiger für Praxisbewertung auf Grund seiner Marktkenntnis, der Beurteilung der vorgelegten betriebswirtschaftlichen Daten einer Praxis und der für ihn verpflichtenden Neutralität durchaus in der Lage, im Rahmen einer Kurz-Expertise eine Schätzung zum Praxiswert abzugeben, welche dem Marktwert sehr nahe kommt.

Unser Tipp: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Praxisbewerter die Vor- und Nachteile einer Kurzbewertung aufzeigen. 

Was man bei einer Ehescheidung beachten sollte – die Praxisbewertung im Zugewinnausgleichsverfahren

Bei einer Scheidung (im sog. Zugewinnausgleich) nimmt der Praxiswert häufig eine sehr gewichtige Rolle ein. Für diese Fälle erstellen wir Gutachten sowohl für Gerichte als auch im Privatauftrag. Im Vergleich zur Praxisbewertung bei Verkauf gibt es für die sog. „Scheidungsgutachten“ besondere Regelungen, die der Sachverständige berücksichtigen muss. Ein Scheidungsgutachten, das den Anforderungen der BGH Rechtsprechung entspricht, ist dadurch aufwendiger und somit umfangreicher, was sich letztendlich auf die Kosten auswirkt.

Allerdings gibt es eine kostengünstigere Alternative – sofern die Parteien gewillt sind eine einvernehmliche Lösung anzustreben.

Wird zwischen den Ehepartnern eine einvernehmliche Lösung angestrebt, kann man in der Regel auf ein großes Scheidungsgutachten verzichten. Ein geringerer Aufwand (u.a. Verwaltungsaufwand) für uns bedeutet letztendlich auch günstigere Preise für Sie. Das Ergebnis, sprich der ermittelte Praxiswert, ist in beiden Fällen gleich. Es besteht somit kein qualitativer Unterschied in der Wertermittlung.


 

Wir beraten unabhängig.
Tel.: 08651/ 95 22 055 
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!